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Alles gut gemerkt: Übungen für ein besseres Gedächtnis

Unser Gehirn vollbringt täglich wahre Meisterleistungen. Mit dem Alter werden wir oft etwas vergesslicher, die Merkfähigkeit nimmt ab und die Konzentration lässt nach. Das muss nicht immer gleich bedeuten, dass die Demenz vor der Türe steht: Eine gewisse Verlangsamung der Informationsverarbeitung im Gehirn mit zunehmendem Alter ist völlig normal. Das liegt daran, dass auch die Leistung des Gehirns – wie alles im menschlichen Körper – mit der Zeit abnimmt. Die gute Nachricht: Wie auch alles andere lässt sich das Denkvermögen trainieren und gut in Schuss halten. Regelmäßige Übungen und moderate Bewegung fördern die Vernetzung der Gehirnzellen und helfen dabei, sich auch in späteren Lebensjahren Dinge noch gut merken zu können.

Kochen und umdekorieren

Viele Dinge, die unser Gehirn auf Trab halten, geschehen nebenbei. So ergab beispielsweise eine japanische Studie, bei der über 11.000 Menschen ab einem Alter von 65 Jahren beobachtet wurden, dass Kochen das Demenzrisiko deutlich verringern kann. Das liege, so die Forscher, vor allem daran, dass Kochen ein regelrechtes Rundum-Paket für das Gehirn darstellt: Es beinhaltet 1) die Planung von Rezepten, 2) die Bewegung in Form des Einkaufs und der Zubereitung, 3) das Verständnis für Details beim Abwiegen und Kochen der Zutaten und 4) eine bessere Ernährungsweise durch selbstgekochte Speisen. Auch das Umdekorieren der eigenen vier Wände kann eine Wohltat für die grauen Zellen sein: Sie werden dadurch angeregt, dass sie sich auf neue Dinge einstellen bzw. neu orientieren müssen.

Nicht nur Kreuzworträtsel lösen

Kreuzworträtsel und Co. helfen dabei, das Gedächtnis zu trainieren.
(c) Pixabay

Weitere klassische Beispiele für gezieltes Gedächtnistraining im Alltag sind z. B. das Einkaufen mehrerer Lebensmittel ohne Einkaufszettel oder – in größerem Stil – das Erlernen eines neuen Instruments oder einer neuen Sprache. Zudem gibt es zahlreiche Übungen, die dabei helfen, täglich ein wenig Gehirnjogging zu betreiben. Aber Vorsicht: Die Abwechslung macht’s! Wer täglich Kreuzworträtsel löst, trainiert zwar brav seine Merkfähigkeit und sein sprachliches Verständnis. Allerdings sind Kreuzworträtsel lediglich EIN Baustein zur Demenzvorsorge – denn um umfassend fit zu bleiben, müssen mehrere Teile des Gehirns arbeiten.

Außerdem kommt es auch immer auf den Schwierigkeitsgrad an: Die Denksport-Rätsel sollten auf jeden Fall eine Herausforderung sein, sodass das Gehirn wirklich aktiv nach Problemlösungen suchen muss. Wer aufgrund der Regelmäßigkeit schon die meisten Kreuzworträtsel-Begriffe kennt, fordert sein Gehirn nicht mehr richtig – und der Effekt verpufft. Eine regelmäßige Steigerung des Schwierigkeitsgrads – sowohl bei Kreuzworträtseln als auch bei Sudoku und Co. – ist also ratsam. Welche Übungen können zudem gezielt dabei helfen, alle Bereiche des Gehirns gut zu trainieren? Wir haben ein buntes Programm zusammengesucht, das verschiedenste Gehirnareale beansprucht.

  • 1. Übung: Gehirnhälften vernetzen

Hand und Zeigefinger nach vorne ausstrecken und mit dem Zeigefinger in Höhe des Gesichts eine große liegende Acht malen. Der Handbewegung nur mit den Augen folgen, ohne den Kopf zu bewegen. Das vernetzt die Gehirnhälften und stärkt die Neuronenverbindungen.

  • 2. Übung: ein Gedicht auswendig lernen

Das Auswendiglernen von Texten stärkt die neuronalen Verbindungen im Gehirn und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Es lohnt sich also, beispielsweise ein Gedicht pro Woche auswendig zu lernen oder Woche für Woche eine neue Strophe zu üben. Gedichtsammlungen gibt es online, z. B. hier, oder als gedruckte Versionen in Buchhandlungen.

  • 3. Übung: Kopfrechnen

Um den Bereich des Gehirns zu trainieren, der für die Logik zuständig ist, übt man sich täglich im Kopfrechnen. Dabei kann man sich z. B. einfach selbst Zahlen ausdenken und miteinander multiplizieren. Oder bei einem überschaubaren Einkauf die Produktsummen mitrechnen und am Ende an der Kasse kontrollieren, ob man richtig gerechnet hat. Zudem gibt es in gedruckter Version verschiedene Zahlen-Blöcke oder auch Apps für Rechenspiele.

  • 4. Übung: ein Bild merken

Um die Merkfähigkeit zu verbessern und die Aufmerksamkeit zu schulen, sieht man sich ein beliebiges Bild (z. B. aus dem Internet, aus einem Buch/einer Zeitschrift etc.) an, auf dem möglichst viele Elemente zu sehen sind. Das Bild eine Minute lang einprägen, dann wegdrehen und auf einem Schreibblock so viele Details wie möglich zu dem Bild notieren. Beispielsweise (abhängig vom Motiv): Welche Farbe hatten die Autos auf dem Bild? Wie viele Menschen waren darauf zu sehen? Waren Wolken am Himmel? Wie viele Fenster hatte das Haus?

  • 5. Übung: Assoziationstraining

An ein beliebiges, nicht zu kurzes Wort denken, beispielsweise ZUHAUSE. Dann ein übergeordnetes Thema dazu ausdenken, z. B. Essen. Nun mit jedem Buchstaben aus dem Wort Zuhause ein passendes Wort finden, das mit dem Thema "Essen" in Verbindung steht: Z wie Zucchini, U wie Untersetzer, H wie Haltbarkeitsdatum usw. Diese Übung stärkt die Assoziationsfähigkeit des Gehirns und trainiert den aktiven Wortschatz. Möglich ist auch die Variante, zum Thema Zuhause (oder einem anderen beliebigen Wort zu einem anderen Thema) jeweils passende Wörter mit dem letzten Buchstaben des vorherigen Wortes zu suchen: Zuhause – Esszimmer – Rollläden – Nachtkästchen – Nudelholz usw.

  • 6. Übung: Rückwärtstraining

Um das Gehirn flexibel zu halten und Routinen zu durchbrechen, hilft es, „rückwärts“ zu denken. Dabei kann man z. B. in 3er- oder 7er-Schritten rückwärts von 100 zählen, Wörter rückwärts buchstabieren oder einfach auch einmal rückwärts gehen.

  • 7. Übung: Orientierungssinn stärken

Eine gute Übung, um das räumliche Vorstellungsvermögen und den Orientierungssinn zu stärken, ist folgende: Man überlegt sich eine Route in der Heimatgemeinde und geht sie im Geiste ab, z. B. vom eigenen Haus bis zum nächsten Drogeriemarkt. Dabei versucht man, sich jede Kreuzung, Straßenschilder, Geschäfte oder andere Gebäude so detailliert wie möglich vorzustellen. Anschließend geht man die Route tatsächlich und kontrolliert bzw. ergänzt die eigenen Erinnerungen. Das ist gleichzeitig auch ein kleines Achtsamkeitstraining – und eine gesunde Bewegungseinheit.

  • 8. Übung: Aufmerksamkeit mit Farben stärken

Diese Übung ist sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Durchführung eine Herausforderung für das Gehirn. Man benötigt dazu Stifte in verschiedenen Farben und ein großes Blatt Papier. Dann schreibt man nebeneinander jeweils eine Farbe auf das Blatt, die allerdings nicht mit der Tintenfarbe übereinstimmt – beispielsweise das Wort „Rot“ mit grüner Farbe, das Wort „Grün“ mit gelber Farbe etc. Danach liest man die Liste so schnell wie möglich und sagt dabei laut die Farbe der Tinte, mit der das Wort geschrieben ist, und NICHT das geschriebene Wort.

Gehirntraining: Farben und Worte stimmen nicht überein; gefragt ist, die Tintenfarbe zu sagen, nicht jedoch die geschriebene Farbe.
(c) Kneippbund

Wann zum Arzt?

Es ist (übrigens nicht nur im höheren Alter) völlig normal, zwischendurch einmal Gegenstände zu verlegen, Namen zu vergessen oder einen Raum zu betreten und plötzlich nicht mehr zu wissen, was man dort wollte. Bedenklich wird es, wenn man z. B. plötzlich nicht mehr nach Hause findet, wenn Alltagstätigkeiten (kochen, Radio einschalten, staubsaugen …) nicht mehr klappen oder wenn Gegenstände an völlig unlogischen Orten wieder auftauchen (etwa Geld im Zahnputzbecher). Angehörige sollten darauf achten, ob immer wieder dieselben Fragen gestellt oder die gleichen Geschichten erzählt werden. Dann sollte die Vergesslichkeit ärztlich abgeklärt werden.

Gut zu wissen: Wer die fünf Kneipp-Säulen in seinen Alltag integriert hat, tut auch seinem Gehirn Gutes, wie die kürzlich aktualisierten WHO-Leitlinien zur Demenzprävention zeigen:

Neue WHO-Leitlinien bestätigen: Der kneipp‘sche Lebensstil ist wirksame Demenzprävention

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Juli 2026 die zweite Ausgabe ihrer Leitlinien zur Demenzprävention veröffentlicht. Deren zentrale Botschaft: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos lassen sich durch veränderbare Lebensstilfaktoren senken oder zumindest hinauszögern. Zu den wichtigsten Säulen zählen ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität sowie aktive soziale Teilhabe – Faktoren, die seit jeher im Zentrum der Kneipp-Philosophie stehen.

Konkret empfiehlt die WHO 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche, eine an der mediterranen oder nordischen Küche orientierte Ernährungsweise sowie regelmäßige geistige und soziale Aktivität. Auch der Umgang mit Bluthochdruck, Diabetes und Hörverlust wird als wichtiger Präventionsfaktor genannt. Diese Empfehlungen decken sich eng mit den fünf Kneipp-Säulen Wasser, Heilpflanzen, Ernährung, Bewegung und Lebensordnung.

„Die neuen WHO-Leitlinien zeigen eindeutig in Richtung eines Lebensstils, wie ihn unsere Kneipp Aktiv-Clubs (KACs) seit Jahrzehnten begleitend über viele Lebensabschnitte hinweg vermitteln“, erklärt Mag. Georg Jillich, Präsident des Österreichischen Kneippbundes. Viele Mitglieder sind jahrzehntelang aktiv in den KACs eingebunden, die vielfältige Programme zur Gesundheitsförderung anbieten und Gemeinschaft schaffen: In Bewegungsgruppen, Wanderungen, Gesundheitskursen, Vorträgen und zahlreichen regionalen Initiativen.

Baden und tauchen: Körper im Ausnahmezustand